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Doch genauso wichtig wie nach dem Besuch der Toilette ist auch das Händewaschen davor. Denn was wir leider oft vergessen: Viren und Keime werden nicht nur leicht übertragen, sondern sie verweilen oft noch tagelang auf Oberflächen – dabei sind unsere Hände am stärksten betroffen. Wir benutzen sie nicht nur zum Essen, Anfassen, Halten und Tragen von Gegenständen, sondern sie sind auch der Teil unseres Körpers, der am häufigsten mit Keimen und Substanzen aus der Umgebung in Kontakt kommt.
Zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßiges Händewaschen mit Seife das wirksamste Mittel ist, um die Übertragung von Keimen zu verringern und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Die Wahrscheinlichkeit einer COVID-19-Infektion kann so beispielsweise um 36 % verringert werden.
Die Auswirkungen mangelnder Händehygiene sind weltweit unterschiedlich. So haben nicht alle direkten Zugang zu fließendem Wasser und Waschraumeinrichtungen. Umso wichtiger ist es, das Thema stärker ins Bewusstsein zu rufen. Das macht den internationalen Tag des Händewaschens, am 15. Oktober 2025 zu so einem wichtigen Datum. Er soll darauf aufmerksam machen, sich für eine Verbesserung des Händewaschens auf der ganzen Welt einzusetzen.
"Warum sind saubere Hände immer noch wichtig?" – so lautet das Motto des weltweiten Aktionstages in diesem Jahr.
Der internationale Tag des Händewaschens will auf die enorme Bedeutung der Händehygiene im privaten und öffentlichen Umfeld aufmerksam machen. Er steht für Gesundheit, Sicherheit und den Schutz von Menschen auf der ganzen Welt. Ziel dieses Aktionstages ist es, Organisationen, Verbänden, Kommunen und Entscheidungsträger für das Thema zu sensibilisieren und das Bewusstsein für besserer Hygienegewohnheiten und -einrichtungen weltweit zu fördern.
Der erste internationale “Handwashing Day” wurde bereits 2008 eingeführt und erreichte rund 120 Millionen Kinder in 73 Ländern auf fünf Kontinenten. Seitdem hat sich der internationale Tag des Händewaschens stetig weiterentwickelt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich über zwei Milliarden Menschen aus allen Ländern der Welt an virtuellen und Veranstaltungen vor Ort.
Letztes Jahr wurden an diesem Tag viele Erfolgsgeschichten geschrieben. Gemeinsam mit der Sesamstraße wurde beispielsweise das größte virtuelle Klassenzimmer der Welt ins Leben gerufen und die Chinesische Mauer erstrahlte zur Feier des Tages. Insgesamt wurden mehr als 50 neue Vereinbarungen zur Verbesserung der Händehygiene von Ministern, Unternehmern und Gemeindevertretern getroffen.
Trotzdem sehen die Prognosen für die kommenden Jahre düster aus: Gehen die Entwicklungen so weiter, werden im Jahr 2030 immer noch 1,9 Milliarden Menschen keine Möglichkeit haben, sich zu Hause die Hände zu waschen. Die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass in puncto Handhygiene mehr getan werden muss. Das klare Ziel der Verantwortlichen daher: Handhygiene soll für alle Menschen weltweit zugänglich sein.
Selbst wenn die Menschen besser über die Risiken von schlechter Handhygiene informiert sind, gibt es nach wie vor ein weltweites Ungleichgewicht beim Zugang zu Waschräumen und fließendem Wasser. Wenn aktuell schätzungsweise 2,3 Milliarden Menschen ihre Hände zu Hause nicht mit Wasser und Seife waschen können, wie können wir dann die weltweite Gesundheit sichern?
Im Oktober 2021 veröffentlichten das Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen gemeinsamen Bericht mit dem Titel "State of the World's Hand Hygiene". In diesem Bericht bewerteten sie die weltweiten Fortschritte bei der Erreichung des SGD 6-Ziels für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goal 6) mit dem klaren Auftrag an die Weltgemeinschaft, bis 2030 Zugang zu Hygiene für alle zu erreichen. Dabei schlugen sie einen Weg zur Erreichung dieses Ziels vor.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
Wenn die Entwicklungen so weiter gehen wie bisher, werden bis 2030 weltweit nur 78 % der Menschen über eine hygienische Grundversorgung verfügen und das SDG 6-Ziele “Hygiene für alle” wird nicht erreicht. Ein Umsteuern ist dringend notwendig. Daher konzentriert sich der diesjährige internationale Tag des Händewaschens auf die kollektive Verantwortung der Weltgemeinschaft, den Zugang zu Handhygieneeinrichtungen zu verbessern.
Um dies zu erreichen, ruft der Global Handwashing Day Gemeinschaften und Organisationen dazu auf, sich bei Regierungen und Entscheidungsträgern dafür einzusetzen, dass mehr Mittel und Ressourcen für die Händehygiene bereitgestellt werden. Um das SDG 6 zu erreichen, müssen Regierungen, Geber, Forscher und Unternehmen zusammenarbeiten. Der Global Handwashing Day drängt auch darauf, dass die einzelnen Länder Maßnahmen ergreifen, indem sie lokale Ziele festlegen, die sich an dem Ziel SDG 6 orientieren, und Hygienefahrpläne erstellen, wie sie die Händehygiene für alle erreichen wollen.
Während der COVID-19-Pandemie erfuhr das Thema Handhygiene eine regelrechte Renaissance, und Händewaschen wurde zu einer der wichtigsten und günstigsten Maßnahmen erklärt, um sich und andere zu schützen. Als Folge haben sich die Annahmen und Praktiken vieler Menschen rund um eine gute Händehygiene grundlegend geändert. Die Menschen waschen sich nicht mehr nur die Hände, um Schmutz zu entfernen. Händewaschen ist heute ein wesentlicher Teil der Gesundheitsfürsorge im Kampf gegen die Übertragung von Keimen.
Als weltweite Hygiene-Experten haben wir bei Initial die Veränderungen im Hygieneverhalten der Menschen untersucht. Insgesamt 20.000 Befragte aus 20 Ländern nahmen an einer Umfrage teil, in der die Auswirkungen von Hygieneeinstellungen und -praktiken auf das Wohlbefinden, die Erwartungen von Mitarbeitern und Unternehmen sowie die Verantwortung für Hygiene untersucht wurden.
Der Bericht “Global Hygiene Reset” zeigt, dass sich nicht nur die Einstellungen, sondern auch die Erwartungen der Menschen durch die weltweite Pandemie geändert haben. So machten sich 74 % der Befragten jetzt mehr Sorgen darüber, dass eine mangelhafte Handhygiene ihrer Mitmenschen Einfluss auf ihre eigene Gesundheit haben könnte.* Eine gute Handhygiene wird somit nicht mehr nur als Verantwortung für sich selbst, sondern auch für andere wahrgenommen.
Die Menschen wissen mehr darüber, wie sich Keime und Viren verbreiten: So gaben 71 % an, jetzt mehr Angst davor zu haben, sich mit Keimen auf Oberflächen in öffentlichen Räumen anzustecken.* Wir verändern unser Verhalten nachhaltig, um uns und andere zu schützen: 66 % der Menschen waschen sich jetzt häufiger die Hände und werden das auch in Zukunft beibehalten.*
Das Desinfizieren der Hände ist eine weitere Maßnahme, die sich durchzusetzen scheint. Unabhängig davon, ob Waschräume vorhanden sind, gaben 58 % der Befragten an, künftig Handdesinfektionsmittel zu verwenden, um sich vor Viren und Keimen zu schützen. Am Arbeitsplatz ist dieser Prozentsatz noch höher: 61 % der Personen, die in Gemeinschaftsräumen arbeiten, gaben an, dass sie sich am Arbeitsplatz regelmäßig die Hände desinfizieren, um Hygienerisiken zu vermeiden.
Insgesamt zeichnet die Studien ein deutliches Bild: Die Menschen scheinen sich der Risiken, die eine mangelhafte Handhygiene mit sich bringt, viel stärker bewusst zu sein als vor der Pandemie. Wenn Unternehmen dazu beitragen wollen, dass sich ihre Mitarbeiter und Kunden sicher und geschützt fühlen, müssen sie die notwendigen Maßnahmen bereitstellen, das Händewaschen als wichtiges Instrument im Kampf gegen Krankheitserreger fördern und eine (Unternehmens-)Kultur der guten Handhygiene schaffen.
*als vor der COVID-19-Pandemie
Laden Sie sich kostenlos unser Poster "Empfohlene Handhygiene" herunter, um im kommenden Winter sich und Ihre Mitmenschen zu schützen!
Unsere empfohlene Handhygiene!